Über mich

Der Weg hierher

Ich habe Elektro- und Elektronikingenieurwesen an der Çankaya Universität in Ankara studiert — vollständig auf Englisch, mit einer Abschlussarbeit über ein KI-Modell zur Schätzung dreidimensionaler Körperhaltungen. Was mich dort am meisten geprägt hat, war nicht der Lehrplan, sondern die Werkstatt: Platinen, Oszilloskope, Bauteile, die entweder funktionieren oder eben nicht.

2022 ging ich mit Erasmus+ nach Étupes in Frankreich, zu einem kleinen Hersteller von Batteriemanagementsystemen für Elektrofahrzeuge. Ich habe dort direkt mit dem Firmengründer gearbeitet und über hundert BMS-Baugruppen gefertigt, programmiert und geprüft. Kein einziger Defekt, Auslieferung an Kunden in der Schweiz. Diese Zahl klingt nach Fleiß, aber sie war etwas anderes: die Erkenntnis, dass Sorgfalt eine Methode ist. Gleiche Reihenfolge, gleiche Prüfschritte, jedes Mal.

Danach kamen vier Jahre IT-Management und Digitalisierung — von einem Technopark-Startup über die direkte Zusammenarbeit mit dem Gründer einer Unternehmensgruppe bis zur eigenen freiberuflichen Produktentwicklung. Parallel dazu Deutsch: Goethe-Institut, telc B1, und die strukturierte Vorbereitung auf den deutschen Arbeitsmarkt.

Heute baue ich Softwareprodukte — KI-gestützt, aber mit derselben Haltung wie damals an der Werkbank. Ein System ist fertig, wenn es geprüft ist. Nicht, wenn es kompiliert.

Porträt von Koray Kara

Wie ich arbeite

Ich entwickle Softwareprodukte konsequent KI-gestützt und lege das offen. Konzeption, Architektur, Anforderungen und Qualitätssicherung liegen bei mir; die Implementierung erfolgt im Zusammenspiel mit KI-Coding-Agenten — Claude Code und OpenAI Codex.

Damit das kein Blindflug wird, arbeite ich mit Agent-Verträgen: Jedes Repository trägt eine CLAUDE.md und eine AGENTS.md, die festlegen, was ein Agent darf, was er nicht anfassen darf und woran ein Ergebnis gemessen wird. Architekturentscheidungen halte ich als ADR fest — mit Begründung und den Alternativen, die ich verworfen habe. Bei größeren Projekten führe ich zwei Entwicklungslinien parallel, um Ansätze zu vergleichen.

Geprüft wird gegen Kapseln, nicht gegen Gefühl: Typprüfung, Unit-Tests, End-to-End-Tests, Lint, Lighthouse-Schwellen, Sicherheitsgrenzen. Was diese Kapseln nicht passiert, wird nicht ausgeliefert — unabhängig davon, wer oder was es geschrieben hat.

Der Punkt ist nicht, dass eine Maschine schneller tippt als ich. Der Punkt ist, dass jemand entscheiden muss, was gebaut wird, wo die Grenzen liegen und wann etwas fertig ist. Diese Entscheidungen delegiere ich nicht — und genau darin besteht meine Arbeit.

Ehrenamt

Seit Juni 2026 bin ich Mitglied im Jugend-Exekutivkomitee des Jugendzentrums der Stadtverwaltung Çankaya in Ankara und wirke an der kommunalen Jugendpolitik mit. Aus dieser Arbeit ist auch die Jugend-KI-Plattform entstanden — ein Werkzeug, das Meldungen von Jugendlichen nach Ort und Bedeutung gruppiert, ohne die Entscheidung dem Algorithmus zu überlassen.

Außerdem bin ich Mitglied auf Lebenszeit in der TEMA-Stiftung für Umweltschutz und war ehrenamtlich unter anderem bei KamuYZ, TBD, dem Deutschen Sozialen Aktivitätenverein und der IEEE Student Branch aktiv.

Abseits der Arbeit

Motorsport, Theater, Yoga, Schwimmen, Cajón, Camping und Wandern.